Ohne Twitter wär’ ich öfter hier

Geht das nur mir so? Seit ich angefangen hab zu twittern hab ich mit einer sukkzessiven Boggingmüdigkeit (oder wie man das auch immer nennen mag) zu kämpfen. 140 Zeichen und ab damit. Praktisch, schnell und ökonomisch. Das sollte ich ändern. (Der Eintrag ist vielleicht mit Absicht so kurz.)

Klitzekleiner Nachschlag

So. Jetzt hab ich mich ne Woche lang mit irgendwelchem nebensächlichen Kram aufgehalten und dabei nie die Zeit gehabt über’s Southside zu Bloggen. Tu ich jetzt auch nicht mehr. Genervt haben mich die Besoffenen - leider muss ich schon wieder darauf zurückkommen - die bei Tocotronic Deutschlandflaggen hissen. Toll fand ich den Kettcarauftritt und wie bereits erwähnt Slut auf der Zeltbühne. Generell erscheint mir ein Festival aber nicht mehr als ein adäquater Ort um eine Band zu erleben. Wie (fast) überall gilt halt auch hier: Masse vor Klasse. Das Southside sollte schleunigst aufhören um 5000 Besucher pro Jahr zu wachsen. Ansonsten geht jeglicher Reiz ,der bisher vorhanden war verloren.

Achja. Nichtsdestotrotz hab ich hier ein paar Impressionen hochgeladen.

Auschwitz meets Fußball

Zuerst einmal: Gratulation an die spanische Mannschaft. Das war ein durch und durch verdienter Sieg. Umso mehr ist es unverständlich, wenn sich hier nach dem Spiel Anhänger des deutschen Teams zu einem Autokorso einfinden. Geschmückt von unzähligen Fahnen. Die Polizei sperrt den Marktplatz ab, ist mit mindestens sechs Einsatzwagen à 2 Personen präsent und steht dann still daneben, wenn “Fußballfans” fordern, man solle doch eine U-Bahn von Spanien nach Auschwitz bauen. Das sind Momente, in denen mir klar wird wieso es so wichtig ist sich vor allem in Deutschland gegen jegliche Form von Nationalismus zu wenden. Da soll mir noch einer erzählen Sport und Politik seien voneinander trennbar. Heute haben alle versagt: Polizei, die richtigen Fans, die still daneben standen, und die deutsche Mannschaft. Und letzteres ist - um eine weitere kollektive Deutschlandhysterie zu verhindern - gut so.

Die Moritat von Mackie Messer

Endlich geht’s hier weiter. Southside ist zwar nun schon ne Woche vorbei, aber drüber schreiben darf man trotzdem noch. Mitunter das tollste Konzert während der drei Tage war der Auftritt von Slut auf der Zeltbühne. Überrascht hat mich das Zitat aus der Dreigroschenoper. Wusste allerdings zuvor auch nicht, dass die Ingolstädter jemals Songs aus Brechts Werk eingespielt haben. Anyways: Ein Grund das Ganze als popkulturelles Video hier aufzulisten ist es in jedem Fall. Großen Hörgenuss wünsche ich euch mit dem popkulturellen Video #7: “Die Moritat von Mackie Messer” gespielt von Slut. In der Überschrift steht sowas in Zukunft nicht mehr.

Zurück

Watching St. Pauli

Bildtitel: Watching St. Pauli.

Mit Fotos und einigen netten Storys kehre ich heute vom neuhausschen Hochplateau zurück. Mehr davon gibt es in den nächsten Tagen. 543 Fotos und 3 Tage Action am Stück wollen auch erst einmal ordentlich verarbeitet werden, bevor man damit an die Öffentlichkeit geht. Nur eins verrate ich schon jetzt: Bier mit Tocotronic hat nicht geklappt (Wer hätte das gedacht?), dafür gab’s nen anschaulichen Kettcarauftritt… Bis bald.

Mit Tocotronic Bier trinken

Heidiho. Die Spannung steigt. Morgen geht’s los zum Southside und zwar mit Presseakkreditierung. Wenn ich’s zeitlich einrichten kann und dort für Schreiberlinge ein Internetzugang vorhanden ist, wird’s hier einige Updates geben. Allen, die keine Karte haben sei noch einmal gesagt, dass neben Tocotronic und Kettcar auch so tolle Sachen wie Biffy Clyro und Blackmail dort ordentlich Gas geben werden. Bis bald.

Achja: Da ich ja auch Backstage rumrennen darf, hab ich schon mal “Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken” auswendig gelernt. Ob der Wunsch da der Vater des Gedankens war?

Revolutionär?!

Che Guevara

Großartig. Punkt.

Ich könnte hier nun eine ausführliche Kritik zum Auftritt von Get Well Soon im Ulmer Zelt am vergangenen Sonntag schreiben. Tu ich aber nicht, denn erstens gibt es die bereits en masse auf jeder zweiten Website, die irgendwas mit guter Musik zu tun hat; und zweitens ist es für den Leser ziemlich einschläfernd eine seitenlange Lobeshymne auf eine aussergewöhnliche Band zu lesen. Es bleibt nur soviel zu sagen: Eine klasse Band, mit großartigen Musikern und faszinierenden Kompositionen hat Konstantin Gropper da auf die Bühne gestellt. Verstärkt wurde dieses Gefühl durch den mehr als passenden Auftrittsort. Daran beim Obstwiesenfestival an zu knüpfen wird unheimlich schwer werden. Man darf gespannt sein (auch auf den Schlangenmensch?!) und sollte so lange das einzig Richtige tun: Das Album anhören. Gute Besserung!

Kettcars mit Fritten

Freudige Kunde ereilt mich da am Freitagnachmittag (dachte ich zumindest zunächst). Kettcar hat von “Graceland” sechs Remixes anfertigen lassen. Empfand zwar “Graceland” nicht “Sylts” Krone der Schöpfung, aber warum nicht. Anhören kann man die Ergebnisse auf dem kettcarschen MySpace-Auftritt.

Ergebnis: Schön finde ich den Remix von Plemo. Ansonsten erwähne ich die ganze Geschichte hier, weil ich finde, dass “Raveland” von Frittenbude zeigt, wieso man Kettcar- und nicht Frittenbude-Fan sein sollte. Wer sich “Nullsummenspiel” online kauft, der bekommt die Audiolith-Künstler statt den üblichen B-Seiten mitgeliefert. Alles irgendwie nicht so das Highlight. Da vertraue ich doch schon eher auf das Konzert nächste Woche. Achja und bevor ich schließe: Egotronic-Fan sollte man auch nicht sein. Gar nicht schön.

Stell dir vor: Es ist Marktwirtschaft …

Stell dir vor: Es ist 60 Jahre soziale Marktwirtschaft und keinen interessierts. So oder so so ähnlich hätte die Veranstaltung des Wirtschaftsministeriums zum heutigen, 60-jährigen Jubiläum der sozialen Marktwirtschaft lauten können: Ein kleiner erlesener Kreis von Rednern, die das Übliche zum Besten gaben, drückten sich das Mikrofon in die Hand, morgen dann einen Artikel in der Presse und fertig: Auf die nächsten 60 Jahre!

Doch Moment: Ist es nicht so, dass beide Koalitionsparteien des Volkes Sympathien ganz gut vertragen könnten? Wieso wird ein solches Jubiläum nicht größer inszeniert? Imaginäre Steuergeschenke werden ja auch verteilt, die Umwelt für ineffiziente Autofahrten verschmutzt…

Sinniert man darüber nach könnte man zu dem Schluss kommen, dass das Soziale an der sozialen Marktwirtschaft vielleicht gar nicht mehr so sozial ist. Aber wie gesagt: “könnte man [...] kommen.” Stell dir vor: Es ist 24 Jahre Marktwirtschaft und keinen interessierts.