Auschwitz meets Fußball

Zuerst einmal: Gratulation an die spanische Mannschaft. Das war ein durch und durch verdienter Sieg. Umso mehr ist es unverständlich, wenn sich hier nach dem Spiel Anhänger des deutschen Teams zu einem Autokorso einfinden. Geschmückt von unzähligen Fahnen. Die Polizei sperrt den Marktplatz ab, ist mit mindestens sechs Einsatzwagen à 2 Personen präsent und steht dann still daneben, wenn “Fußballfans” fordern, man solle doch eine U-Bahn von Spanien nach Auschwitz bauen. Das sind Momente, in denen mir klar wird wieso es so wichtig ist sich vor allem in Deutschland gegen jegliche Form von Nationalismus zu wenden. Da soll mir noch einer erzählen Sport und Politik seien voneinander trennbar. Heute haben alle versagt: Polizei, die richtigen Fans, die still daneben standen, und die deutsche Mannschaft. Und letzteres ist - um eine weitere kollektive Deutschlandhysterie zu verhindern - gut so.

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7 Kommentare

  1. geschrieben am 30. Juni 2008 um 13:55 Uhr | Permalink

    Zum Kotzen ist das.. wo ist das denn vorgefallen?

  2. geschrieben am 30. Juni 2008 um 14:58 Uhr | Permalink

    …”Spanien raus aus der EU!” hat man heute bei uns der Schule mehrmals gehört - unglaublich. Ich habe mich vorhin auch schon darüber ausgelassen, das ist so unglaublich daneben von den Deutschen Fans…

  3. Riot
    geschrieben am 30. Juni 2008 um 15:26 Uhr | Permalink

    “U-Bahn von Spanien nach Ausschwitz” ?
    Klingt etwa so geistreich wie das einzige Wort, dass nahkomatöse Alkoholiker, die mit Deutschlandfahnen-Umhang und passender Gesichtsschminke und/oder mind. 7-12 Deutschlandfahnen am Auto während Em und Wm über die Lippen bringen: “Schland!”

  4. geschrieben am 30. Juni 2008 um 19:54 Uhr | Permalink

    Das war in Ehingen, mitten auf dem Marktplatz. Das Problem an der Sache ist, dass ich mittlerweile an der Neutralität bestimmter Mitglieder der lokalen Ermittlungsbehörden zweifle. Vor etwa zwei Jahren hab ich Anzeige wegen Zeigen des Hitlergrußes erstattet. Da ich bis heute rein gar nichts mehr davon gehört habe, muss ich wohl davon ausgehen, dass die Sache im Mülleimer gelandet ist ?!

  5. Patrick
    geschrieben am 1. Juli 2008 um 00:11 Uhr | Permalink

    1. Es ist immernoch Fußball. Solche Beschimpfungen ham da nichts zu suchen. Aber wo ist das Problem wenn sich “deutsche” Fans trotz Niederlage zu einem Autokorso einfinden und immerhin den zweiten Platz bei der Euro feiern, oder ist das nur auf dieses “U-Bahn Lied” bezogen?
    2. Wenn sich das “Spanien raus aus der EU” auf das Fußballspiel bezieht (von was man ja ausgehen kann) find ich es lächerlich. Aber wenn man sich generell gegen die EU richtet hab ich persönlich kein Problem damit.

    Naja, ob die BRD Auswahl hat gestern in einem fairen Spiel verloren, Spanien war nunmal einfach besser.
    Deswegen: Herzlichen Glückwunsch

  6. geschrieben am 1. Juli 2008 um 00:45 Uhr | Permalink

    @ Patrick: So ein Quatsch hat auch sonst nirgendwo etwas zu suchen. Die Sache mit den Autokorsos ist darauf bezogen, dass es meinem Eindruck nach den Leuten die dort gefahren sind nicht um den sportlichen Erfolg ging, sondern darum ihren plumpen Nationalstolz zur Schau zu stellen. Wieso genügen sie sich nicht mit einer Fahne und hängen gleich zehn an ein Auto?

  7. Patrick
    geschrieben am 1. Juli 2008 um 20:01 Uhr | Permalink

    Ja, das stimmt.. Ist wirklich übertrieben.
    Und das sie ihren “Nationalstolz” zur schau stellen, dürfte jetzt dann auch ein Ende haben.. Ich tippe auf Ende dieser Woche, dann ist auch die letzte BRD Fahne in den Schrank gepackt, dass man sie 2010 wieder herausholen kann..

1 Trackback

  1. [...] Btw kann man in diesen Tagen wunderbar die deutsche Variante hochspezialisierter Arbeitsteilung beobachten: während der gutsituierte Professor auf Fachtagungen akademisch verbrämt über die Juden raunt und das Auswärtige Amt über sein Outlet, das Hessische Institut für Friedensforschung, den Ex-Vizeaußenminister Irans zum Propagieren von Holocaustleugnung und der Zerstörung Israels einlädt, pöbelt der Mob auf der Straße “Wir bauen eine U-Bahn von Spanien nach Auschwitz”. [...]

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